mind & soul // Höflichkeit im Alltag

4/01/2014

Bereits im November nach unserem Dubai Urlaub ist es mir aufgefallen und das Thema beschäftigt mich bis heute. Es war damals nicht das erste mal das es mir auf gefallen ist, aber mir ist es dort besonders stark aufgefallen. Es geht um die Freundlich- und Höflichkeit unserer Mitmenschen. In den Ländern die sich in Südlicheren Breitengraden befinden haben die Menschen von Grund auf eine gewisse Höflichkeit denn es gehört zu deren Verhaltenskodex, klar findet man auch dort auf dem Bazar den ein oder andern Verkäufer der Verärgert ist ,weil man seine "überteuerte" Ware nicht kauft, und einen das spüren lässt. In Europa bzw. in Deutschland habe ich oft das Gefühl das die Menschen ihre schlechte Laune gerne spazieren führen und an anderen Menschen auslassen oder einfach noch nie etwas von Höflichkeit gehört haben.

So ist es mir nach dem Urlaub passiert das ich ein Päckchen in die Packstation bringen wollte. Die Straße in der sich die Packstation befindet ist eine ganz kleine Nebenstraße die nicht besonders breit ist, dort stand mitten auf der Straße ein Transporter von einem Stadtarbeiter, der dort irgendwelche Laubarbeiten gemacht hat. So musste ich mich halb auf den Gehweg vor die Packstation stellen, unglücklicherweise genau dort wo der Mann sein Laub fegen wollte, aber was soll ich machen? Mein Auto kann ich schlecht in die Hosentasche stecken. Also bin ich ausgestiegen und wollte ganz schnell das Päckchen einwerfen. Ich war noch nicht aus dem Auto ausgestiegen blaffte mich der Mann an, ich könne doch da nicht stehen bleiben wo er sein Laub weg machen will. Ich bin ein Mensch der wenn ihm mit Höflichkeit begegnet wird, gerne noch 1 Meter vor fährt aber so lasse ich nicht mit mir reden. Also ignorierte ich großzügig seine Worte und entgegnete ihm nur das man dies auch freundlich sagen könne, dann steckte ich einfach mein Päckchen in die Packstation. Das Ende von der Geschichte war, das der Mann sein Laubgebläse nicht mal anbekommen hat bis ich fertig war, also das ganze ziemlich sinnlos war. 
Mit solchen Unhöflichkeiten tut man nicht nur seinen Mitmenschen keinen gefallen sondern am wenigsten sich selber, da man sich unnötig aufregt und in eine Sache hinein steigert die mit freundlichen Worten viel schneller zu lösen ist. Ich habe auch schon oft gemerkt das die meisten Menschen einem viel netter und freundlicher behandeln wenn man ihnen selbst mit einer gewissen Freundlichkeit gegenüber tritt. Ist auch eigentlich recht logisch, denn nicht umsonst gibt es Sprichwörter wie: " So wie man es in den Wald hinein schreit, schallt es zurück!".


Situationen wie die diese bringen mich mittlerweile auch nicht mehr aus der Fassung und ich ärgere mich nicht mehr darüber. Am Anfang ist das zwar nicht so leicht sich nicht über diese Unhöflichkeit zu ärgern aber mit der Zeit lernt man gelassen mit der Situation um zu gehen. Mein Freund sagt schon immer zu mir ich soll doch nicht so ruhig sein und das ganze einfach hinnehmen, aber was bringt es mir wenn ich mich darüber aufrege? Ändern kann ich es nicht, das müssen die Menschen schon selber tun und am Ende bekomme ich nur schlechte Laune davon. Ich möchte damit jetzt nicht sagen das ich immer freundlich und höflich bin und immer "Danke und Amen" sage, auch in meinem Leben gibt es Momente in denen mir die Hutschnur reißt und ich jegliche Manieren und Höflichkeiten vergesse. Das kommt allerdings selten vor und wenn gibt es seine Gründe. Auch begegne ich anderen Leuten bei schlechter Laune trotzdem mit Höflichkeit, denn was können die schon dafür das meine Lieblingsschuhe ausverkauft sind oder ich mich mit jemandem gestritten habe? Die Geschichte ist auch nicht die Einzige die mir so im Alltag begegnet, da gibt es unter anderem auch die Kassiererin die mir mit grimmigem Gesichtsausdruck, mein Wechselgeld in die Hand patscht oder den Postboten der mir auf eine freundliche Frage mit einer pampigen Antwort entgegen kommt, bei der ich vor lauter Überraschung erst einmal vollkommen perplex bin und keine Antwort finde. Wir sollten alle versuchen wieder freundlicher und höflicher zu werden und das fängt schon bei Kleinigkeiten an, wie z.B. beim Bitte und Danke. Besonders viele Junge Menschen wissen gar nicht was es heißt höflich zu sein. Im Buss oder der Bahn stehe ich auf wenn ein älterer Mensch mit fährt und sonst alle Plätze besetzt sind. Menschen die ich kenne oder die im gleichen Haus wohnen grüße ich freundlich. Woran liegt das dass diese Werte mit der Zeit verloren gehen? Wenn man sich die Generation unserer Eltern und Großeltern einmal anschaut, da war es ganz selbstverständlich das man eine gewisse Höflichkeit an den Tag legt. Wobei ich sagen muss das mir auch schon viele Erwachsene im Alter meiner Eltern aufgefallen sind.


Könnt ihr meinen Eindruck bestätigen oder habt ihr da ganz andere Erfahrungen gemacht? Wie seht ihr das, darüber aufregen wenn jemand zu einem unhöflich ist oder so wie ich, darauf hinweißen aber ruhig bleiben?

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4 Comments

  1. In Situationen, wo es um Kleinigkeiten geht, denke ich meinen Teil meistens und lasse die Person einfach reden. Ins eine Ohr rein, ins andere wieder raus. Jeder kann mal nen schlechten Tag haben und da juckt mich sowas herzlich wenig. Es sei denn, es wird eine bestimmte Grenze überschritten, dann gibt es auch gern mal Gegenfeuer.
    Eine fremde Person darauf hinzuweisen, dass sie gerade unhöflich war, bringt nichts, finde ich. Denn man kennt diesen Menschen nicht und hat wahrscheinlich eh nur in diesem Moment mit ihm zu tun.

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  2. Ich würde es eher als Herzlich- statt Freundlichkeit definieren, denn unfreundlich ist es ja grundsätzlich nicht, wenn die Straßenreinigung ihren Job machen möchte. Diese Kälte und ein gewisses "sich nicht um andere scheren" begegnet mir, wenn ich in Deutschland bin, auch relativ oft, vielleicht liegt es am schlechten Wetter?! :-P

    Ich, für meinen Teil, versuche stets etwas Herzlichkeit auszustrahlen und habe immer noch die Hoffnung den ein oder anderen damit anzustecken. Auch wenn sich die Mentalität mancher wohl nie ändern wird. :-)

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  3. Das hast Du sehr schön geschrieben und zudem freut es mich, dass es noch 23 jährige gibt, die so denken. Das lässtja hoffen Ich kritisiere ja auf meinem Blog auch immer mal wieder den Umgang in sozialen etzwerken. Da scheinen ja viele komplett ihre Kinderstube zu ignorieren. Liebe Grüße Caren von Test und Liebe

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